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Test

Das iPad im Stefan-Test

Auf dem aktuell in Wien laufenden Barcamp habe ich erstmals über einen längeren Zeitpunkt ein iPad in der Hand gehalten… wer mich gut kennt, der weiß, dass ich zu den großen Skeptikern gehört habe: Warum sollte ich ein übergroßes iPhone kaufen, mit dem ich nicht mal telefonieren kann? Das nicht mal eine Kamera hat? Gestern wurde ich eines besseren belehrt: Das iPad ist kein besseres iPhone, es ist auch kein eBook-Reader. Es ist etwas komplett Neues.

Erinnern Sie sich daran, was wir vor 15 Jahren über Handys gesagt haben? Und vor 20 Jahren über Computer? „Das brauche ich nicht“, war wohl die übliche Aussage. Und das gleiche sagt man derzeit (noch) über das iPad – weil es so neu ist, dass wir seine Beduetung noch nicht verstanden haben.

„Ich habe mein MacBook heute noch nicht ausgepackt, und das nächste Mal lasse ich es zu hause“, sagt Martin Gratzer, der mir das iPad zum Testen in die Hand drückt. Als ich es in der Hand halte, werden meine ursprünglichen Zweifel erst mal zerstört. Zu schwer? Nein, nicht wirklich: Mein Netbook wiegt mehr und ist sperriger. Das Display reflektiert zu viel? Mein Netbook und mein Smartphone sind schlimmer. Schmierflecken auf dem Touchscreen? Ja, schon. Aber selbst nach dem fettigen Abendessen hält sich die Verdreckung in Grenzen.

Cool ist, was das Ding dann wirklich kann: Auf dem Touchscreen lassen sich zahlreiche amüsante Spiele werden – etwa Klassiker wie „Prince of Persia“ (das erste… erinnert sich daran noch wer?) oder „Simon, the sorcerer“. Andere Spiele, wie etwa die „Special Edition“ von Monkey Island 1, lassen sich als iPhone-Version runter laden und anschließend rauf skalieren – die Qualität leidet aber ein wenig unter dm Aufblasen der Pixel. Cool: Autorennen-Fahren. Da wird das iPad durch die Beschleunigungssensoren nämlich zum Lenkrad… klar, für das iPhone gibt es diese Funktion auch – aber mit dem größeren Display ist der Effekt einfach ein ganz anderer.

Was auch cool ist: Durch den großen Bildschirm lassen sich auch Multiplayer-Spiele auf dem Touchscreen spielen, was wirklich Spaß macht. Hier ein Bild von einer Parte Tisch-Hockey, die ich leider verloren habe:

Auch Zeitungen lassen sich wunderbar lesen, da besteht keine Frage. Und Browsen lässt sich auch bestens, wie beim iPhone gibt es auch hier Multitouch-Zoom. Eine absolute Härte ist aber Google Maps: Durch den großen Screen hat man hier tatsächlich das Gefühl, einen echten Stadtplan auf dem Schoß liegen zu haben – mit dem Unterschied, dass man in den digitalen Plan rein- und rauszoomen kann. Ein Erlebnis, wie ich es vergleichbar noch nicht gehabt habe.

Also, ist das iPad somit ein business-taugliches Gerät? Nein, nicht wirklich. Martin erzählte mir, dass er nicht darauf arbeitet, weil Multitasking nicht unterstützt wird; es lässt sich also nicht zwischen mehreren Apps hin und her schalten. Das ist unter anderem für Journalisten und Blogger ein großer Nachteil – ich will ja korrekt auf  meine Referenzen verweisen.

Laut Martin hat das iPad aber für ihn das iPhone verdrängt – statt mit dem Handy gemütlich auf dem Sofa zu surfen, surft er lieber auf dem größeren iPad-Schirm.

Fazit das Kurz-Tests also: Das iPad ist zum Arbeiten nur halbwegs geeignet; als Luxus-Spielzeug für Multimedia-Begeisterte ist es aber ein absoluter Traum. Und: Apple sollte sich mehr Gedanken darüber machen, ob sich die Produkte gegenseitig kannibalisieren.

CeBIT (2): Zocker und Musiker

Erstmals versucht die CeBIT heuer, auch Musiker mit an Bord zu holen. Intel und Blizzard haben hingegen Gamer im Visier.

Die CeBIT eine Business-IT-Messe? An und für sich schon. Aber an einzelnen Stellen des Hannover Messegeländes werden auch neue Zielgruppen erschlossen. Konkret: Zocker und heuer erstmalig auch Musiker.

In der Halle 23 lädt Intel etwa zu den „Intel Extreme Masters“. Auf einer großen Leinwand sieht man hier die Perspektive eines Spielers, der gerade einen Ego-Shooter spielt; daneben Aufnahmen von den Gesichtern der gestressten Spieler. Diese sitzen in Teams vor den Screens und treten im Spiel gegeneinander an. Kommentiert wird das Geschehen von zwei Moderatoren im Stil eines Boxkampfes: „XY ist schon sehr angeschlagen; ein Treffer an der falschen Stelle, und er ist ein toter Mann.“ Vor dem Screen mehrere Sesselreihen, gefüllt mit Zuschauern jeden Alters, die das Geschehen gebannt verfolgen.

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Wer nicht zusehen will, sondern lieber selbst spielt, ist beim angrenzenden Stand von Blizzard besser bedient: Die Macher des erfolgreichen Online-Spiels „World of Warcraft“ lassen hier das Spieler-Herz höher schlagen; Interessierte können eine Beta-Version des lang erwarteten Strategiespiels „Stacraft 2“ testen. Auch hier finden unter den Fans Wettbewerbe statt; und wer sich gut schlägt, wird mit einem Key für die Beta-Version belohnt. Der Selbstversuch des Autors dieser Zeilen scheiterte allerdings; ich habe es nicht mal geschafft, meine Einheiten gekonnt über den Bildschirm zu bewegen. Zwar könnte ich das jetzt auf einen Bug im System schieben, doch wie heißt es so schön: 98 Prozent der PC-Probleme sitzen vor dem Bildschirm.

Aggressionen abbauen

Mehr Erfolg habe ich in der angrenzenden Halle: „CeBIT Sounds!“ findet heuer erstmalig auf der CeBIT statt und hat zum Ziel, Musik und Geschäft unter einem Dach zu vereinen. Hier spielt eine Band im Stil des deutschen Musikers „Patrice“ ruhige Musik, MySpace hat einen eigenen Stand ebenso wie der Musikinstrumente-Experte Roland.

An dessen Stand können die Instrumente live getestet werden. Großer Beliebtheit erfreuen sich die digitalen Schlagzeuge, auf die Hobby-Musiker lautlos eindreschen – den eigentlichen Ton des Instruments hören sie im Kopfhörer. Hier tobe ich mich kreativ aus und baue Stress mit wildem Getrommle ab – das Gegenprogramm zum Computerspielen.

„Der Ansatz der Messe ist wohl, neue Leute auf die Messe zu holen“, sagt Cord Brandis, Chief Product Manager bei Roland: „Immer nur Laptops und Flatscreens ist ja öd.“ Zwar hat Roland auf der Musikmesse Frankfurt von 24. bis 27. März einen deutlich größeren Stand, dem CeBIT-Experiment gibt man aber dennoch eine Chance. „Noch ist zwar wenig los, aber es ist ja für alle Beteiligten ein Feldversuch“, sagt Brandis. Immerhin: Auch bei den mehr etablierten Bereichen der Messe ist der Andrang heuer relativ überschaubar.

Aus Synergiegründen erscheint dieser Artikel auch auf der Homepage des WirtschaftsBlatt.

Im Test: Adobe Premiere Elements 8

Okay, nachdem meine letzten beiden Postings von Politikern und Models gehandelt haben wird es nun Zeit, mal wieder ein Thema für Nerds anzureißen: Was eignet sich besser dazu als eine subjektive Analyse der neuen Software „Adobe Prmiere Elements 8“? Vor allem nach einem wilden
Sommer voller schöner Momente, wenn Typen wie ich vor einem Riesen-Haufen an Filmmaterial stehen, das irgendwie bearbeitet gehört?

Elements hilft dabei: Es ist nämlich eine angenehme Symbiose zwischen „Adobe Premiere Pro“ (dem Profi-Schnittprogramm, auf dem auch ich mein Handwerk gelernt habe) und Idioten- …pardon… Laien-Software wie dem Microsoft Windows Movie Maker.  Auch wenn ich jetzt Gefahr laufe, dass fanatische Oktonauten mich in die Laien-Ecke schieben: Mir gefällt das.

Denn „Elements“ ist auf die Basics reduziert. Wer bisher in Software wie dem Windows Movie Maker geschnitten hat, der findet sich gleich zurecht; der Screen ist aufgeteilt in ein Vorschaufenster, eine Timeline und die Bibliothek, in der sich alle Dateien finden. Diese Dateien können dann auf der Timeline aneinander gereiht werden, das Video sieht man dann im Vorschaufenster.

Im Vergleich zur Standard-Software bietet Elements aber deutlich mehr Effekte. „Keying“ ist zum Beispiel möglich – also, dass man ein Video vor einem Greenscreen filmt und das Grüne anschließend transparent macht. Der durchschnittliche Familienvater wird das zwar nicht für sein Urlaubsvideo verwenden. Aber es ist cool, dass die Funktion vorhanden ist. Außerdem hat Elements Dinge, die in der Pro-Version nicht vorhanden sind: Vorgefertigte Banner und Bauchbinden etwa. In der Pro-Version wäre es peinlich, wenn man sich Themes mit Namen wie „Unsere Hochzeit“ aussuchen könnte – in einer semi-professionellen Version darf man sowas; Endkonsumenten wollen einfach ein Minimum an Arbeit mit möglichst schönem Output.

Wermutstropfen bei dem Ganzen ist, dass man die Effekte zwar einsetzen, aber nicht so stark adaptieren kann.

Fazit also: Wer auf semi-professioneller Ebene arbeitet, ist mit Elements ganz gut bedient; Profis werden sich eher angewidert abwenden. Ich selbst werde Profi-Produktionen (siehe meine Kategorie „Film und Fernsehen„) auch in Zukunft lieber in Premiere Pro oder Final Cut schneiden, für ein flottes Urlaubsvideo aber gerne auf Elements zurückgreifen.