Aug 4 2010

Keine Filmkritik: “Inception”

Stefan Mey

Gestern war ich im Kino und habe mir “Inception” angesehen. Dass der Film gut ist, daran besteht kein Zweifel – wer “Matrix” liebte, der wird auch auf “Inception” rein kippen. Doch keine Sorge: Den Versuch einer Interpretation möchte ich an dieser Stelle ebenso wenig starten wie eine platte Schwärmerei über das innovative Drehbuch oder die grandiosen Effekte.

Stattdessen ein Gedankenanstoß: Kann es sein, dass das im Film portraitierte Zukunftsszenario bereits Realität ist? Also, ich meine natürlich: In einer abgeschwächten Form. Die Rede ist – freilich, wie so oft – von Social Media à la Facebook und Twitter. Denn da kam mir dieser Gedanke, als ich so mit Herrn N. bei einem Dosenbier in seiner Wohnung saß: Sind nicht gerade die Sozialen Netzwerke virtuelle Orte, an denen wir unsere Gedanekn kund tun und andere sie uns rauben können?

Was im Film der im Traum wandelnde Mensch ist, das ist in unserer virtuellen Welt der Avatar, resepektive Nutzer-Account. Und eben dieser gibt Wahrheiten des echten Menschen preis, noch dazu – wie im Film – zeitversetzt. Und über das Zumüllen von Informations-Bullshit passiert sogar das, was im Film als “Inception” bezeichnet wird: Das Einplanzen von Gedanken, die man in dieser Form eigentlich gar nicht haben wollte. Das ist alles andere als toll. Aber: Es gibt einen Ausweg.

So wie man im Film aus dem Traum aussteigt, indem man stirbt, so tritt man aus der virtuellen Scheinwelt aus, indem der Avatar respektive Nutzeraccount dahin scheidet. Will heißen: Abmelden, Computer ausschalten und die echte Welt da draußen genießen. In der Sonne liegen, Leute treffen und so.

Und genau das werde ich jetzt machen! Ha! Adieu. Euer Stefan.

(Sollte Euch dieser Blogeintrag ungewöhnlich wirr erscheinen, bitte ich um Entschuldigung. Ich habe letzte Nacht seltsam geträumt und bin folglich ein wenig durch den Wind. Das Betrachten des Films “Inception” kann ich übrigens nach wie vor wärmstens empfehlen…)


Mai 6 2010

Facebook und das echte Leben

Stefan Mey

Ich habe gerade begonnen, einen Läster-Eintrag über FaceBook zu schreiben. Und dann habe ich es wieder gelöscht. Weil den Worten der EUphemistin derzeit nicht viel hinzu zu fügen ist. Außer vielleicht folgendes famoses Video, das die Absurdität des so genannten “Sozialen Netzwerks” und seiner “Freunde” wundervoll auf den Punkt bringt:

Nebenbei bemerkt: “Freunde” ist ein Übersetzungsfehler von Facebook. Das englische Wort “friend” wird nämlich nicht korrekt mit “Freund”, sondern mit “Bekannter” gleich gesetzt. Echte Freunde sind hingegen “best friends”. Das ist ein großer Unterschied, den der Autor dieser Zeilen mühsam im jahrelangen Kontakt mit englischen “friends” und “best friends” erfahren musste.


Apr 28 2010

Die Natur rächt sich: Tiere erobern das Web 2.0

Stefan Mey

Einer der großen Vorteile des Web 2.0 ist, dass nun endlich jeder Mensch mit einem halbwegs großen Gehirn das Internet verstehen kann – zumindest theoretisch. Denn amüsant war wohl ohne Zweifel der  Zwischenfall, in dem ein US-Blog einen Artikel über Facebook verfasste, durch einen Zufall bei Googles Suchergebnissen zur Eingabe “Facebook login” anschließend höher gereanked wurde als Facebook selbst.

Das Ergebnis: Zahlreiche Internet-Neulinge ließen erboste Kommentare auf der  Website zurück, dass sie sich nun endlich in ihr Lieblings-Netzwerk einloggen wollen und Facebook für das neue Design – wieder mal! – verdammen (einen Artikel zu dem Thema  gibt es hier, die Original-Site hier).

Der Zwischenfall hat einige Diskussionen über die Durchschnittsintelligenz der Web 2.0-User losgetreteten.

Was aber noch viel verwirrender ist: Während sich Menschen mit dem neuen Medium schwer tun, erobern Tiere das Web 2.0 quasi im Vorbeigehen.

In Österreich sehr bekannt dürfte dabei der Fall von Nonja sein, dem fotografierenden Orang-Utan aus dem Tierpark Schönbrunn. In einer PR-Aktion wurde Nonja mit einer Digicam von Samsung ausgestattet und fotografierte eifrig drauf los; die Fotos fanden sich auf Nonjas Facebook-Profil.

“Nein, ich möchte nicht Facebook-Freund eines Affen werden!”, kommentierte dazu eine Kollegin, als wir zum x-ten mal von Samsungs Pressestelle dazu aufgefordert wurden. Andere Österreicher dachten anders: Nonja hat 82.512 Fans auf Facebook.

Der neueste Schrei sind allerdings twitternde Kühe, wie heute auf Mashable zu lesen ist. Diese sind mit einem RFID-Tag ausgestattet; kommen sie zur Melk-Station, öffnet sich die Tür und die Kühe treten ein. Anschließend werden sie gemolken und kriegen dabei Futter. Eine Maschine zeichnet auf, wie viel sie fressen, wie lang das Melken dauert und wie viel gemolken wird. Diese Daten werden dann in Tweets verpackt, die sich folgendermaßen lesen:

All this milking makes me hungry. Ate 1088 g.

Hey human, I just pumped out 15.7 kg for your pleasure. Show me some love.

I just squirted 20.4 kgs of milk out of my teats in 10:28 seconds. What did you do today?

Lustige Sache. Wer den Kühen beim Tweeten folgen möchte, der findet die gesammelten Accounts hier. Bin gespannt, was man sich als Nächstes ausdenkt. Vielleicht “Chicken TV” für YouTube? Oder die Bremer Stadtmusikanten auf Reverbnation? Traue mich ehrlich gesagt grad nicht, eine Prognose abzugeben. Außerdem muss ich nun mit dem Bloggen aufhören – die Kühe haben schon wieder neue Tweets los geschickt; und die will ich freilich nicht verpassen.


Apr 22 2010

“I like”-Buttons auf meinen WordPress-Blogs

Stefan Mey

Ich gehe mal wieder mit dem Trend zum Web 2.0: Auf Anraten meines Partners für den allseits beliebten Blog www.indische-wirtschaft.de, Wolfgang Bergthaler, habe ich soeben den “Like”-Button in meine beiden Blog-Projekte (www.stefanmey.com und www.indische-wirtschaft.de) eingeführt.

Für Euch, die gewöhnlichen User, bedeutet das: Ihr könnt jetzt direkt am Ende der Blog-Einträge auf “I like” klicken, so wie Ihr es aus Facebook kennt – dass Ihr mich gern habt, wird dann automatisch auf Eurer Facebook-Seite kund getan. Was Euch das bringt? Ganz einfach: Wenn viele Leute eine bestimmte Art an Artikeln mögen, dann weiß ich, dass ich vermehrt in diese Richtung schreiben sollte – Ihr habt also einen Qualitätsgewinn in diesem Medium. Und die schüchternen unter Euch müssen nicht mehr sich damit abmühen, unter fadenscheinigen Pseudonymen etwas Sinnloses daher zu brabbeln – es reicht ein einziger Klick auf den “I like”-Button. Ich freue mich also bereits jetzt auf eifriges Geklicke!

Die Nicht-Nerds unter Euch können nun zu Lesen aufhören.

Für die Nerds unter Euch: Hier eine Anleitung, wie Ihr die gleiche Funktion in Eure WordPress-Blogs einbaut.

Bedingung dafür ist, dass Ihr den Blog auf Eurem eigenen Webspace habt, so wie ich es habe. Dann geht Ihr in den Ordner “wp-content/themes” und sucht dort das Theme, mit dem Ihr gerade arbeitet (in meinem Fall “Elegant Grunge”). Dort wählt Ihr die Datei “single.php” und gebt folgenden Code an der gewünschten Stelle ein:

<iframe src=”http://www.facebook.com/plugins/like.php?href=<?php echo urlencode(get_permalink()); ?>&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=450&amp;action=like&amp;font=arial&amp;colorscheme=light” scrolling=”no” frameborder=”0″ allowTransparency=”true” style=”border:none; overflow:hidden; width:450px; height:px”></iframe>

Voila, das war’s. Eh ziemlich leicht. Solltet Ihr trotz meiner idiotensicheren Beschreibung nicht verstehen, was ich meine, schreibt mir bitte kein Email, sondern wendet Euch direkt an Mark Zuckerberg. Der erklärt Euch das schon.

Borat likes this. Do you?


Apr 20 2010

Facebook als Minenfeld

Stefan Mey

Das sieht doch alles so einfach aus: Die Firma macht sich einen Twitter-Account, einen Blog und eine Facebook-Seite; denn da sind die vielen jungen Leute unterwegs, die seltsamerweise aus den alten Medien abgewandert waren. Schwuppsiduppsi haben wir dann auch ganz flott wieder Kunden, haben sich die Chefs wohl gedacht – und eine Facebook-Seite wird wohl nicht anders handzuhaben sein als eine Plakatwand: Da klatscht man seine Werbetexte drauf und ein paar Produktbilder; und wer dann die meisten Fans hat, der hat gewonnen.

Der Blog muss ebenso wenig gesondert bearbeitet werden, denken sich viele – da reicht es wohl, wenn man mit der Tastenkombination “Strg-C; Strg-V” verwendet, um die aktuellen PR-Texte auszubreiten; den Unterschied wird wohl keiner bemerken… Und Twitter? Da reicht es etwa nicht, bloß einen Account zu haben? Wie bitte, da muss man auch was rein schreiben? Oh je, das könnte in Arbeit ausarten.

Und dann sind sie aufgewacht. Als der Traum von den Neuen Medien zum Albtraum wurde.

Besser geht es derzeit wohl noch jenen Unternehmen, die das Glück hatten, aus dem Debakel mit Null auszusteigen. Auf YouTube liegen en masse virale Videos rum, deren Views im einstelligen Bereich liegen. Kein Schwein interessiert sich dafür. Und warum bitte sollte ich auf Facebook Fan meines Weischspülers werden? Nichts liegt mir ferner.

Andere wiederum treten so richtig ins Fettnäpfchen (das WirtschaftsBlatt berichtete). Nestlé zum Beispiel. Deren Facebook-Account wird seit Wochen torpediert mit Anschuldigungen, Nestlé würde den Regenwald zerstören und damit den herzigen Orang-Utans den Lebensraum weg nehmen. Greenpeace unterstützt den Protest mit viralen Videos.

Okay, halb so wild. Das ist ja nur das Web, nicht wahr? Wen kümmert es schon, wenn ein paar Menschen aus dem gemeinen Volk rabiat werden? Ist ja nur virtuell.

Falsch gedacht.

Denn als User-Kommentare gelöscht und Videos von YouTube entfernt wurden (mit der Begründung der Markenrechtsverletzung) ging das der Web-Community unter dem Stichwort “freie Meinungsäußerung” sehr nahe. Entsprechend kam es zu Reaktionen in der Blogosphäre. Und dummerweise ist mit dem Begriff der “freien Meinungsäußerung” ein anderer Ausdruck verwandt: “Pressefreiheit” – und dieser liegt uns Journalisten sehr am Herzen.

Der GAU tritt ein, wenn eine solche Geschichte dann in die “echte” Medienwelt überschwappt – wenn sie plötzlich auf Papier gedruckt erscheint und Journalisten anrufen, um sich zu erkundigen, was denn nun passiere. Dann ist der Image-Schaden nicht mehr auszubessern. Und in den letrzten Tagen hörte ich von so manchem, er würde sich ab jetzt kein Kitkat mehr kaufen.

Was kann in solchen Situationen getan werden? Eigentlich nicht mehr viel, außer Schadensbegrenzung. Und aus den Fehlern lernen, also: In Zukunft die Kanäle ernst nehmen, anständig verwalten. Dafür wäre es auch angebracht, neue Mitarbeiter einzustellen. Junge, talentierte Mitarbeiter. Digital Natives also, die Erfahrungen in den Netzwerken haben. Und bloggen, statt Pressetexte hin und her zu kopieren. Menschen, die fit genug sind, mit der Community auf Augenhöhe kommunizieren zu können. Solche Menschen gibt es am Arbeitsmarkt genug, man kann sie sich aussuchen.

Und letztenendes wäre da noch eins: Ratsam ist, eventuell die eigene Strategie in Sachen Indonesien, Urwald und Orang-Utans zu überdenken. Denn Gutes zu tun ist eventuell die Bedingung dafür, für gut befunden zu werden. Das sei hier mal nur so am Rand erwähnt.


Feb 2 2010

Where have all the Bloggers gone?

Stefan Mey

Das österreichische Blogger-Netzwerk “Blögger” hat zu einer Blogparade aufgerufen. Was ist das? Das ist eine Blog-Veranstaltung, bei der ein Blogger das Thema vorgibt und die anderen dann darüber schreiben, man sich zu diesem Anlass auch noch gegenseitig verlinkt. Juchei, also quasi eine praktische Umsetzung der Small-World-Theorie.

Gerne hätte ich mitgemacht, aber dummerweise hat mein Hang zu Prokrastination wieder mal zugeschlagen – heute wollte ich in die Tasten hauen, musste dann aber feststellen, dass die Deadline schon gestern war. Blöd.

Dabei hätte mich sogar das Thema interessiert: Warum verlinken sich Blogger untereinander so wenig? Was hat das für Auswirkungen? Und was kann man dagegen tun?

Außer Konkurrenz gesagt (weil die Deadline ja schon vorbei ist): Ja, schade, die Verlinkungen gehen vor die Hunde. Grund dafür ist vermutlich, dass das Verlinken mittlerweile andere für uns übernommen haben: Facebook-Gründer Mark Zuckerberg schreibt auf seinem Profil: “Ich möchte die Welt zu einem offeneren Ort machen, indem ich Menschen beim Vernetzen und Teilen helfe.” Warum also noch vernetzen via Blogs, wenn’s über Facebook eh so leicht geht?

Ganz einfach: Weil Verlinkungen nützlich wären, um auf neue, coole Informationen zu stoßen. Ich kenne einige gute Blogger und schaue ab und zu bei ihnen vorbei, aber das weiß außer mir leider niemand – das ist einerseits schade für die Leser, weil ihnen was Tolles entgeht; vor allem aber auch schade für die Blogger, weil der tägliche Blick auf Google Analytics – so ehrlich müssen wir zu uns selbst sein – einen direkten Einfluss auf die Tagesbefindlichkeit hat. Viele Klicks: Ich bin happy, weil die Menschen mich lieben und lesen. Wenig Klicks: Leckt’s mich am A.

Wer ohne Sünde ist, der darf den ersten Stein werfen; und ich gebe zu: Wenn es nach diesem Prinzip ginge, müsste ich eine Nummer ziehen und auf dem Zettel stände eine vierstellige Zahl. Bisher halten sich meine Verlinkungen in Grenzen. Auf meinem Blogroll finden sich fast ausschließlich eigene Projekte, was mal wieder zeigt, was für ein hoffnungsloser Egomane ich eigentlich bin.

Aber ich habe beschlossen: Damit ist jetzt Schluss.

Die aktuelle Blogparade nehme ich zum Anlass, auf meiner Site die Kategorie “Blog der Woche” auszurufen. Der Name ist Programm: Jede Woche werde ich einen neuen Blog vorstellen, der mir persönlich gefällt – so lang, bis mir die Ideen ausgehen oder ich keine Lust mehr drauf hab. Jeden dieser Beiträge werde ich von diesem Beitrag aus verlinken; und die Beiträge selbst  wiederum verlinken auf die jeweiligen Autoren. Anfangen werde ich damit gleich morgen, wenn auch der supertolle Blogtail #9 stattfinden wird. Hurra, ich freu mich schon – auf das schreiben, und natürlich auf die morgigen Cocktails. CU there – erscheinen Sie, sonst weinen Sie.

Blog #1: “My less ordinary life”

Blog #2: “Am Hochsitz”

Blog #3: “Novala’s Europa”

Blog #4: “15 Days Off”

Blog #5: “Entfaltung ist Wachstum”


Nov 1 2009

Opfer eines Verbrechens

Stefan Mey

Letzte Nacht sind mir meine beiden Handys gestohlen worden, ein Samsung Corby und ein HTC G1. Freilich lieg mir nichts ferner, als diesen Kanal zum Jammern zu missbrauchen; stattdessen würde ich gerne Lösungen anbieten – schließlich sind Handy-Diebstähle in Großstädten wie Wien ja keine Seltenheit.

Wie man beim Diebstahl eines herkömmlichen Handys vorgeht, ist auf der Seite von “Wien Konkret” schon gut beschrieben. Auch ich habe gleich die Service-Nummern zum Entsperren angerufen, für die einzelnen Anbieter sind das die Folgenden.

Mobilkom:            0800 664 664 (gebührenfreie Nummer)

T-Mobile Privat:  0676 2000
(Kosten pro Minute abhängig von Netz des Anrufers)
T-Mobile Business: 0676 20333
(Kosten pro Minute abhängig von Netz des Anrufers)

orange Wertkarten.:  0699 72 699
(Kosten pro Minute abhängig von Netz des Anrufers)
orange Vertrag:   0699 70 699
(Kosten pro Minute abhängig von Netz des Anrufers)

tele.ring:         0800 650 650 (gebührenfreie Nummer)

3:                    0800 30 30 30 (gebührenfreie Nummer)

Tele2mobil:    0800 24 00 20 (gebührenfreie Nummer)

Eventuell muss man sich auf eine längere Wartezeit gefasst machen; vor allem an einem Sonntag. Bei Orange ging man flott, kompetent und effizient vor; bei Telering habe ich mich in die “Infos über Tarife”-Abteilung verbinden lassen, da sonst niemand erreichbar war – dort wurde mir aber gut geholfen.

Für das Sperren der Nummer (und eventuell späteres Entsperren) verlangen manche Anbieter (z.B. Orange) Geld (Update: Für das Sperren zahlt man; nach Vorlage einer polizeilichen Anzeige kriegt man bei Orange das Geld für’s Sperren zurück, bei Tele.ring nicht) . Im Shop holt man sie sich dann eine neue SIM-Karte (oder lässt sie sich per Post schicken, das kostet aber extra), die man auch wieder auf die alte Nummer programmieren kann – zumindest hat man mir das so versprochen.

Update: Heute war ich bei der Polizei und in den beiden Shops. Der Polizist war grimmig und hat mich darauf hingewiesen, dass ich ein halbes Jahr ins Gefängnis muss, sollte ich bei der Anzeige gelogen haben. In den Shops war man freundlich, hat mir nach Vorlage der polizeilichen Anzeige die beiden Sim-Karten ausgehändigt. Die Telefonnummer bleibt jeweils die gleiche, aber der PIN ändert sich.

Zaach: Smartphones

Viel mehr muss freilich noch erledigen, wer ein Smartphone hat. Schließlich sind auf dem Ding ziemlich viele private Daten gespeichert, und es gibt Zugang zu zahlreichen Accounts: Email, FaceBook, Twitter und anderes.  Stichwort: Identitätsklau. Ich habe mich noch in der selben Nacht vor dem Computer gesetzt und für besagte drei Kommunikationswege das Passwort geändert. Im Gegensatz zu anderen Handys (z.B. Nokia) werden beim G1 ja zum Glück die Mails nicht auf dem Gerät gespeichert, sondern verbleiben online – ist also das Passwort geändert, kommt der Dieb auch nicht mehr an die Mails.

Anders verhält es sich leider mit Media-Daten und sms. Zahlreiche Fotos verbleiben auf der SD-Karte; just in diesem Moment vergnügt sich also vermutlich jemand mit den Schnappschüssen von meiner letzten Indien-Reise. Und sms werden auch bei Android nicht zentral gespeichert, sondern bleiben auf dem Handy. Hier gibt es allerdings noch eine Lösung: Die Software SMS Backup. Auf dem Android-Handy installiert, kann sie dazu verwendet werden, sms im Gmail-Konto zu speichern. Eine ziemlich praktische Sache also. Schade nur, dass ich die Software erst jetzt entdeckt habe – hätte ich vor dem Zwischenfall ein Update gemacht, müsste ich jetzt nicht die vielen putzigen Sms-Dialoge mit liebenswerten Mitmenschen missen.

An Tagen wie diesen wird einem deutlich, dass der Verlust von Erinnerungen schmerzhafter ist als der Verlust eines blinkenden Metallstücks.


Okt 26 2009

Bilder von den Studi-Protesten

Stefan Mey

Am Samstag abend war ich zu später Stunde noch im Audimax,um mir dort ein eigenes Bild von den aktuell laufenden Studentenprotesten zu geben. Da ich selbst auf einer FH und anschließend in einem elitären Postgraduate-Lehrgang studiert habe muss ich mich freilich jeder inhaltlich relevanten Meinung bezüglich der Uni-Gesetze enthalten. Stattdessen sei gesagt: Es war ein lustiger Abend inmitten eines sehr lehrreichen und emotional bereichernden Wochenendes – ansonsten lasse ich gerne die Bilder für sich selbst sprechen.

Hier ein paar Aufnahmen aus dem Audimax:

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Beeindruckend der Slogan der IG Publizistik. Hut ab vor dem – ich nenne das jetzt mal so – “Ei des Kolumbus der Wortspiele mit akademischen Titeln”:

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Hahaha… mich “mag.” auch keiner… Toll fand ich generell, wie super die Studis organisiert waren – hier zu sehen anhand einer Theke am Gang, über die gegen eine freiwillige Spende Bier, Kaffee und belegte Brote zu haben waren:

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Und Schlafplätze gab es auch, für die Müden:

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Am meisten fasziniert hat mich aber der “Pressespiegel”… schön, dass sich auch jugendliche Revolte zunehmend professionalisiert:

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Und wie es in modernen Zeiten so ist, werden freilich auch Social Networks genutzt: Unter http://www.facebook.com/uniscreen gibt es ständig neue Fotos und Updates zum aktuellen Stand. Man gehe mit der Zeit.


Okt 21 2009

Interview mit Chris Hughes

Stefan Mey

Komme gerade von einem Inerview mit Chris Hughes, dem Mitbegründer von FaceBook. Er weilt nur kurzfristig in Wien, aber alle Medien belagern ihn; dementsprechend wird es in den kommenden Tagen eine Flut an Interviews im österreichischen Print-Dschungel geben. Ich selbst möchte so lange nicht warten, stelle dementsprechend das mp3 des Interviews in voller Länge hier zur Verfügung. Eine gekürzte, auf das Westentliche reduzierte Version erscheint dann am Dienstag im WirtschaftsBlatt, der besten Wirtschaftszeitung des Landes.

Kleiner Überblick: Wir haben kurz über den FaceBook-Film gesprochen, dann über den Erfolg der Seite, mögliche Monetarisierung, Werbechancen für Unternehmen, Facebook-Sucht und Trends für das Web 2.0 Außerdem hat er sich gefreut zu erfahren, dass ich ein Fan von FaceBook bin.

Für den Mitschnitt bitte hier klicken.

Viel Spaß :-)


Sep 13 2009

Wie Twitter und FaceBook Geld verdienen könnten

Stefan Mey

Heute ist mein letzter Tag auf der IBC in Amsterdam. Zahlreiche Gespräche habe ich mit verschiedenen IT-Managern geführt; und dabei ist mir aufgefallen, dass sich ihre Gedanken um drei Schlagwörter drehen:

1. FaceBook

2. Twitter

3. iPhone (und nicht “Smartphone”, wie es korrekt wäre, sondern konkret das Apple-Produkt. Das iPhone ist somit für Smartphones das, was für Taschentücher das “Tempo” ist… Respekt!)

Während Apple keine Probleme hat, sein iPhone zu monetarisieren, sind FaceBook und Twitter am kämpfen: Sie haben zwar viele User, aber niemand bezahlt sie; sie verdienen kein Geld. Und das, obwohl sich FaceBook gerade ein neues Büro angemietet hat (Danke an Tamas für den Link). Das Geld verdienen nicht die beiden Neulinge, sondern die Großen. Adobe etwa haben in einem Vortrag über die Monetarisierung von Video-Inhalten darüber gesprochen, über Verlinkungen in Social Networks die User auf die Videos zu locken und diese auf die Werbung klicken zu lassen, damit mehr Umsätze zu generieren… All die Konzern-Vertreter, mit denen ich gesprochen habe, haben mächtig Kohle. Und sie ziehen sich die User von FaceBook, um sogar noch mehr Kohle zu verdienen…

Mein Vorschlag:  Warum macht FaceBook mit den kommerziellen Website-Anbietern dieser Welt nicht einen Vertrag, dass sie an den Umsätzen beteiligt werden? Und damit meine ich nicht Werbung im klassischen Sinne – ich meine: Wenn ich als User ein YouTube-Video super finde und es mit meinen FaceBook-Freunden teile, dann wird FaceBook am YouTube-Umsatz beteiligt…

Ähm… Ups… Okay, vielleicht ist YouTube ein schlechtes Beispiel, da es selbst für Google nicht wirklich Geld abwirft. Aber an und für sich ist das doch ein brauchbares Konzept, nicht wahr?

Ein anderer Vorschlag wäre, dass jedes Mal, wenn jemand das Wort “FaceBook”ausspricht, er einen Cent an Herrn Zuckerberg überweisen muss. Das würde ihm nicht nur viel Geld einbringen, sondern auch mein eigenes Berufs- und Privatleben deutlich angenehmer gestalten.