Mär 6 2010

Die Rückkehr der Enzis

Für meinen Geschmack ist der Himmel derzeit ja noch viel zu grau, es ist viel zu kalt, es schneit viel zu oft und die Menschen tragen zu wenig luftige Kleidung. Ohne Frage: Ich hasse Winter. Aber zum Glück naht ja der Sommer; das kann man vor allem daran sehen, dass sich diverse Institutionen bereits darauf vorbereiten. Allen voran das MQ, die beliebteste Freizeiteinrichtung unter Wiens Möchtegern-Intellektuellen, a.k.a. Bobos.

Auf der Homepage des MQ kann man nämlich nun wählen, welche Farbe die Enzi - die superbeliebten Sitzmöbel - dieses Jahr haben sollen. Die Wahl haben wir zwischen “Lush Meadow Green”, welches endlich etwas Grün in den grauen Betonbunker bringen würde, einem eklig-qietschigen “Candy Shop Pink”, einem viel zu aggressiven “Strawberry Fields Red” und einem eintönigen “Down Town Grey”. Die Namensgebung ist fürchterlich boboesk… nichtsdestotrotz finde ich die Idee gut, das Publikum entscheiden zu lassen. Ich jedenfalls habe mich für Grün entschieden, das würde dann so aussehen:

Bin außerdem gespannt, was uns dieses Jahr in Sachen Enzis an Dramen erwartet. Wir erinnern uns: Im Winter ist ein Großteil der Sitzmöbel abgefackelt; und im Sommer war ein Streit entbrannt, ob im MQ überhaupt selbst mit gebrachtes Bier konsumiert werden darf, nachdem die Möbel angemalt, angebrunzt und angespieben worden waren. Hach, der Sommer… auf Diskussionen wie diese freue ich mich jetzt bereits ebenso sehr wie auf schmelzendes Speiseeis, Schweißgestank in der Straßenbahn und Zecken. Hurra.


Mär 6 2010

Blog der Woche (5): Entfaltung ist Wachstum

“2539.” Als Martin Herget diese Zahl auf seinem Facebook-Profil kundtat, war die Verwunderung im virtuellen Freundeskreis groß: Manche vermuteten hinter der Zahl seine Schülerausweisnummer, andere sein Geburtsdatum (was? Sooo alt ist er schon?), ich tippte auf irgendeine dubiose Prophezeiung des nächsten Apokalypse-Termins. Alle falsch: Martin Herget geht nämlich laufen, im Namen der Marillen, quer durch die Wachau - und 2539 ist seine Startnummer. Nicht nur sein Sportsgeist, sondern auch sein wirklich nett geschriebener Blog sind Grund genug, in diesmal zum “Blog der Woche” zu machen.

In einem seiner vorherigen Postings stellt sich Martin mit dem Spruch “Mein Name ist get, Herget!” vor… Grüß Gott, Herr Get, und danke für die erfrischende Unterhaltung an einem Samstag morgen!  Neben Wortspielen wie diesen hat das Edutainment auf “Entfaltung ist Wachstum” tatsächlich einen bildenden Charakter: Dank eines Gastbeitrags auf Martins Blog weiß ich, warum Frauen immer gemeinsam auf’s Klo gehen (eines der letzten Rätsel der Menschheit!) und heute habe ich gelernt, wann der richtige Zeitpunkt für eine Besamung ist… Wie bitte?!? Wer dazu mehr erfahren möchte, schaut am besten direkt auf den Blog.


Mär 4 2010

Das war die CeBIT

Seit gestern Abend bin ich von der CeBIT zurück gelehrt, weile wieder im heimatlichen Wien. Auch heuer gab es wieder so manche Überraschung, die teils komplett untergegangen ist. Etwa das Acer-Netbook, das mit Android-Betriebssystem läuft - ein lustiger und mutiger kommerzieller Ansatz, nachdem das Bespielen von Netbooks mit Handy-Software ja bis jetzt die Angelegenheit von Hackern und Nerds gewesen war.

Unterhaltsam auch die “Intel Extreme Masters”, ein Battleground für Zocker. Und die “CeBIT Sounds!”, wo sich genervte IT-Manager mal emotional an den digitalen Schlagzeugen von Roland austoben konnten. Und auch in Sachen 3D-Screens bahnt sich an, dass dem Markt hier in den kommenden  Wochen Veränderungen bevorstehen.

Und dann waren da auch die negativen Seiten.

Zum Beispiel, dass Handy-Hersteller wie HTC sich keine Asse für die CeBIT aufbewahrt haben, sondern lieber ihr ganzes Pulver in Barcelona verschossen. Und Aufmacher-Geschichten von Microsoft wie das “Digitale Klassenzimmer” (gäähhhn) und das “Digitale Haus” (super-gäähhn) haben mich auch nicht wirklich von den Socken gehauen. Auf der gleichen PK zeigte das Fraunhofer-Institut übrigens eine Technik, über die Video-Abschnitte mit Schlagworten versehen werden können - klingt nach mühsam viel Arbeit, und war auch nicht wirklich ein “Aha”-Effekt-Auslöser. Aber noch immer spannender als diverse Buchhaltungs-Software und sonstige Hardcore-Business-Produkte, die für den Endanwender kaum greifbar scheinen.

Und dafür bin ich dann von Halle zu Halle gerannt. Drei Tage lang. Durchgehend. Und habe mich über die schlechte Organisation geärgert. Am meisten über das fehlende WLAN. Deutsche finden es ja anscheinend normal, nirgendwo ein offenes Gratis-WLAN zu finden, aber als Quasi-Österreicher ist man nun mal ein gewisses Level an Drahtlos-Vernetzung gewöhnt - und das sowas ausgerechnet auf einer IT-Messe nicht vorhanden ist, ist schon mehr als peinlich.

Das einzige offene Gratis-WLAN gab es im Pressezentrum; und am dritten Tag hatte ich dann auch den Bogen raus: Zum Twittern habe ich zwischen zwei Terminen die Marsch-Route über das Pressezentrum gelegt, dort schnell am Smartphone Twitter aktivert, ein bis zwei Tweets los geschickt, und flott auf zum nächsten Termin. Man muss sich halt den Gegebenheiten anpassen, so was ist ein Zeichen von Intelligenz.

Aber genug gesudert. Fix ist: Auch nächstes Jahr bin ich dabei. Dann stell ich mich halt drauf ein, dass Deutschland technologisch etwas rückständig ist. Und, dass ich mich mehr auf Buchhaltungs-Software statt auf sexy neue Handys freuen kann. Und vielleicht schaffe ich es nächstes Jahr auch, mir weniger Termine auszumachen. Das würde meinen Ernährugsgewohnheiten sehr zugute kommen.


Mär 2 2010

CeBIT (3): Ein Netbook mit Android-Betriebssystem

Laptop-Experte Acer macht Nerd-Träume wahr: Auf der CeBIT wird ein Netbook vorgestellt, dass auf dem offenen Handy-Betriebssystem Android basiert.

Bereits im vergangenen Jahr war es Hackern gelungen, das Handy-Betriebssystem Android auf ein Netbook zu spielen; die Idee hatte in der Web-Community für Aufregung gesorgt. Denn Android, das von einer Allianz rund um Internetriese Google entwickelt wurde, ist Open Source; somit ist es gratis erhältlich, kann zudem von findigen Programmierern beliebig verändert werden – zwei Vorteile, die Kostenbewusste ebenso begeistert wie Programmierer. Auf Anfrage des WirtschaftsBlatt bei Netbook-Pionier Asus hatte es damals aber geheißen, dass es keine Pläne gebe, Netbooks kommerziell und von der Stange mit dem Handy-Betriebssystem auszustatten. Nun macht dafür Asus’ Marktbegleiter Acer den bedeutenden Schritt: Auf der CeBIT wird ein Netbook präsentiert, das sowohl mit Android als auch mit Windows XP Pro ausgestattet ist.

Zielgruppe für das Gerät sind alle, die die Vorteile eines Smartphones auf ihrem Netbook nutzen wollen: Das Gerät ist in 15 Sekunden hoch gefahren; wer flott ist, schreibt bereits nach 45 Sekunden die erste Mail – Books mit Windows 7 booten zu diesem Zeitpunkt noch. Verwirrend ist dabei vorerst, dass das Netbook im Vergleich zu den Smartphones keinen Touchscreen hat, sondern mit dem Touchpad gesteuert wird; abgesehen davon funktioniert alles so wie beim Handy. Es gibt sogar drei Startscreens, zwischen denen mit der Maus hin- und her gescrolled werden kann. Einzig der Browser Firefox hat in der Netbook-Version deutlich mehr Funktionen als am Smartphone. Wer dennoch auf Windows arbeiten will – etwa, um ein vollwertiges Microsoft Office zu nutzen -, der kann mit einem einzigen Klick das Betriebssystem wechseln.

Das Gerät ist ab sofort am Markt verfügbar. Mit einem Preis von 279 € ist es aber leider nicht billiger als vergleichbare Netbooks. Grund dafür ist, dass zusätzlich zum kostenlosen Android trotzdem noch die Windows-Lizenz benötigt wird.

Aus Synergiegründen erscheint dieser Artikel auch auf der Homepage des WirtschaftsBlatt.

acerdroid


Mär 2 2010

CeBIT (2): Zocker und Musiker

Erstmals versucht die CeBIT heuer, auch Musiker mit an Bord zu holen. Intel und Blizzard haben hingegen Gamer im Visier.

Die CeBIT eine Business-IT-Messe? An und für sich schon. Aber an einzelnen Stellen des Hannover Messegeländes werden auch neue Zielgruppen erschlossen. Konkret: Zocker und heuer erstmalig auch Musiker.

In der Halle 23 lädt Intel etwa zu den “Intel Extreme Masters”. Auf einer großen Leinwand sieht man hier die Perspektive eines Spielers, der gerade einen Ego-Shooter spielt; daneben Aufnahmen von den Gesichtern der gestressten Spieler. Diese sitzen in Teams vor den Screens und treten im Spiel gegeneinander an. Kommentiert wird das Geschehen von zwei Moderatoren im Stil eines Boxkampfes: “XY ist schon sehr angeschlagen; ein Treffer an der falschen Stelle, und er ist ein toter Mann.” Vor dem Screen mehrere Sesselreihen, gefüllt mit Zuschauern jeden Alters, die das Geschehen gebannt verfolgen.

gaming

Wer nicht zusehen will, sondern lieber selbst spielt, ist beim angrenzenden Stand von Blizzard besser bedient: Die Macher des erfolgreichen Online-Spiels “World of Warcraft” lassen hier das Spieler-Herz höher schlagen; Interessierte können eine Beta-Version des lang erwarteten Strategiespiels “Stacraft 2″ testen. Auch hier finden unter den Fans Wettbewerbe statt; und wer sich gut schlägt, wird mit einem Key für die Beta-Version belohnt. Der Selbstversuch des Autors dieser Zeilen scheiterte allerdings; ich habe es nicht mal geschafft, meine Einheiten gekonnt über den Bildschirm zu bewegen. Zwar könnte ich das jetzt auf einen Bug im System schieben, doch wie heißt es so schön: 98 Prozent der PC-Probleme sitzen vor dem Bildschirm.

Aggressionen abbauen

Mehr Erfolg habe ich in der angrenzenden Halle: “CeBIT Sounds!” findet heuer erstmalig auf der CeBIT statt und hat zum Ziel, Musik und Geschäft unter einem Dach zu vereinen. Hier spielt eine Band im Stil des deutschen Musikers “Patrice” ruhige Musik, MySpace hat einen eigenen Stand ebenso wie der Musikinstrumente-Experte Roland.

An dessen Stand können die Instrumente live getestet werden. Großer Beliebtheit erfreuen sich die digitalen Schlagzeuge, auf die Hobby-Musiker lautlos eindreschen – den eigentlichen Ton des Instruments hören sie im Kopfhörer. Hier tobe ich mich kreativ aus und baue Stress mit wildem Getrommle ab – das Gegenprogramm zum Computerspielen.

“Der Ansatz der Messe ist wohl, neue Leute auf die Messe zu holen”, sagt Cord Brandis, Chief Product Manager bei Roland: “Immer nur Laptops und Flatscreens ist ja öd.” Zwar hat Roland auf der Musikmesse Frankfurt von 24. bis 27. März einen deutlich größeren Stand, dem CeBIT-Experiment gibt man aber dennoch eine Chance. “Noch ist zwar wenig los, aber es ist ja für alle Beteiligten ein Feldversuch”, sagt Brandis. Immerhin: Auch bei den mehr etablierten Bereichen der Messe ist der Andrang heuer relativ überschaubar.

Aus Synergiegründen erscheint dieser Artikel auch auf der Homepage des WirtschaftsBlatt.


Mär 1 2010

CeBIT (1): Netter Wochenstart

Alle Jahre wieder: Auch in diesem Jahr hänge ich wieder auf der CeBIT rum. Allgemeiner Tenor vor der Messe: Alles geht zu Grunde, vor allem die Messe selbst, weil Jahr für Jahr weniger Aussteller herkommen. Außerdem freuen sich alle auf neue 3D-Produkte für den Heimanwender-Bereich und auf USB 3.0, das viel, viel schneller sein soll als USB 2.0.

Mein Eindruck, nachdem ich schon am Aufbautag der Messe angereist bin: Die paar Aussteller mehr oder weniger machen nicht wirklich einen Unterschied; größer als jede andere auf dem Messegelände Wien abgehaltene Veranstaltung ist die größte IT-Messe der Welt allemal. Und was das 3D angeht: Eher nettäuschend. Hab einen Gaming-Bildschirm heute am Stand von LG getestet und alles nur in 2D gesehen. Öd. Und USB 3.0 hab ich noch gar keins gefunden.

Dafür habe ich mit einem netten Menschen von Adva geredet. Adva kannte ich vorher gar nicht, was nicht verwunderlich ist, denn Adva hat keinen Endkunden-Kontakt, sondern liefert Glasfaserkabel im B2B-Bereich. Mit Blick über die Stadt haben wir uns bei einer Tasser über Nullen und Einsen (denn darum geht es ja bei IT wirklich: Nullen und Einsen) unterhalten. War ein recht netter Start in die Woche.

So, das sei mal nur als kurzes Update gesagt. Jetzt muss ich schon wieder los, der nächste Termin ruft. Updates gibt es dann wieder morgen. Adieu.


Feb 25 2010

Blog der Woche (4): 15 Days Off

Endlich tut er es.

Tony Gigov ist in Wirklichkeit ja gar kein Blogger, sondern Grafiker. Aber wenn ich ihn treffe, dann ist das meistens auf Blogger-Events, wie etwa dem Blogtail. Da steht der gebürtige Bulgare dann in seiner super-sympathischen Art in der Gegend rum, trinkt Cocktails und ist nett zu allen Menschen. Gibt es auf den Events eine Twitter-Wall, so zückt Tony sein iPhone und verwundert die Blog-Gesellschaft mit Postings wie: “Stop talking, people, start blogging!”.

Nun hat er selbst angefangen. Und zwar aus gutem Grund: Zwischen seinem vorherigen und seinem zukünftigen Job hat Tony nämlich genau 15 Tage frei - und genau die nutzt er nun, um eifrig an sich selbst zu arbeiten: Den Körper frühlingsfit machen, mehr Leute in echt treffen, weit weniger Zeit auf dem beknackten FaceBook verbringen. Und diesen Prozess der Selbstverwirklichung beschreibt er in einzelnen Schritten, Tag für Tag, mit putzigen Anekdoten und hübschen Fotos, etwa von seinem letzten Frisörbesuch.

Ohne Frage: Tony ist der Nicht-Blogger, der besser schreibt als so mancher Blogger. Wünsche ihm viel Erfolg beim Durchsetzen seiner Pläne.

15 Days Off


Feb 23 2010

Auf Kaffee-Entzug

Fastenzeit. Eine gute Gelegenheit, auf Dinge zu verzichten, von denen man das restliche Jahr über abhängig ist, die man aber gerne loswerden will. Die meisten Menschen nutzen diese Zeit für eine Diät oder so, was bei mir freilich nicht geht: Würde ich noch mehr abnehmen, so könnte ich die Rolle von Skeletor in einem “He-Man”-Film übernehmen - wobei das recht reizvoll klingt… aber bleiben wir beim Thema!

Ich für meinen Teil habe beschlossen, den Konsum von Kaffee stark einzuschränken. Denn ich leide an jener Berufskrankheit, mit der so mancher Journalist zu kämpfen hat: Pro Tag kippe ich ca. sechs Kaffee in mich rein. Das ist nicht nur ungesund, sondern auch kontraproduktiv; ab einem bestimmten Punkt ist man nämlich nicht mehr wach, sondern nur noch aufgedreht und müde zugleich - ein Zustand, in dem man mehr Zombie als Mensch ist.

Begonnen habe ich schrittweise: Zu Beginn hatte ich mir jeden Tag noch einen Aufwach-Kaffee gegönnt, am Samstag war mein erster kaffeefreier Tag, am Sonntag hatte ich noch einen Nachmittags-Kaffee (der mich dann aber ärgerlicherweise um meinen Schlaf brachte); inzwischen bin ich den zweiten Tag gänzlich kaffeefrei.

Der positive Effekt: Ich bin tatsächlich deutlich konzentrierter; auf eine natürlich Art aufgeweckt, statt mich mit Koffein-Drogen zu pushen. War ich zuvor vor allem nachmittags aktiv gewesen, strotze ich nun bereits am frühen Morgen vor Energie. Dürfte vielleicht auch daran liegen, dass ich abends noch genug Energie zum Sport machen habe, dann erledigt in die Kissen falle und einen gesunden Schlaf genieße.

Der negative Effekt: Als Substitut trinke ich nun die zwanzigfache Menge an Tee. Weshalb ich nun diesen Blog-Eintrag auch beenden muss. Die Natur ruft.

Tschüss.


Feb 21 2010

Orthodoxe Frühlingsgefühle

Wer orthodox ist, der macht viele Dinge um ein bis zwei Wochen später als die Katholiken. Weihachten feiern etwa. Oder Ostern. Grund genug also, mit dem besten Mädchen von allen auch den Valentinstag eine Woche später als von der Floristen-Lobby vorgegeben zu feiern - auch ein wenig als Wiedergutmachung, da ich ja den eigentlichen Feiertag mit FunkyMike in Köln verbracht habe, statt der Romantik zu frönen.

Und so stellte ich mir jene Frage, mit der wir Männer immer in solchen Situationen kämpfen: Wie mache ich sie glücklich, behalte aber zugleich meine Männlichkeit?

Schwer genug ist das an sich ja eh schon: Wer sich etwa für einen Kinobesuch entscheidet, muss die Lösung irgendwo zwischen den beiden Extrem-Polen “Inglorios Basterds” und “Wenn Liebe einfach wäre” finden. Selbiges gilt für DVD-schauen: Die Sissi-Trilogie als krasser Gegensatz zur StarWars-Sextologie… Sie verstehe, was ich meine, gell? Aber meine Situation war noch deutlich pikanter.

Denn das Mädchen - das liebste Mädchen von allen - merkte klar an, dass der orthodoxe Valentinstag

a) keine Standard-Freizeitbeschäftigung sein und

b) nichts mit Sport zu tun haben durfte.

Das allein schließt schon mal einen Großteil der Aktivitäten aus, da Sport in unserer gemeinsamen Freizeitgestaltung einen recht niedrigeren Stellenwert hat. Aber dem nicht  genug; zudem sollte die Aktivität

a) preiswert und

b) niveauvoll sein.

Und das auch noch an einem Sonntag im Winter. Will heißen: Zahleiche Lokale und Geschäfte haben geschlossen, was die Möglichkeiten zusätzlich einschränkt. Und Winter wiederum bedeutet Kälte: Das schließt auch sonst recht romantische Tätigkeiten wie Spazierengehen aus (was man aber auch als Sport hätte interpretieren können - da hätte ich mich also eh in die Nesseln gesetzt). Einen Jet zu chartern und sich den Winter von oben anzusehen wäre ebenfalls keine Option gewesen - erstens aus Kostengründen; zweitens hat die liebste Person der Welt leider Flugangst.

Was also tun?

Unter Zuhilfe verschiedener Internet-Tools (das bekannteste unter ihnen ist Google) stellte ich einen Abend zusammen, der ein akzeptables, wenn auch nicht perfektes Programm enthalten hätte: Zuerst essen gehen (ein Lokal mit exotischen Speisen zu einem günstigen Preis, in dem wir noch nicht gemeinsam gewesen sind und wo man auch keinen Sport treiben muss); anschließend drei Kinofilme zur Auswahl, die sich allesamt innerhalb des Spektrums befanden.

So weit zum Plan. Dieser wurde dann aber wieder über den Haufen geworfen.

Denn das Kino ließen wir dann bleiben. Stattdessen erkannten wir durch basisdemokraktische Kommunikation - das macht man nämlich so in einer Nicht-Beziehung, der perfektesten Form aller Beziehungen -, dass wir beide Lust auf einen Kaffee und eine gepflegte Partie Schach haben…. Wie bitte? Schach? Ja, perfekt: Gratis, aber doch mit wahnsinnig viel Niveau. Außerdem war das unser erstes gemeinsames Schachspiel, also etwas komplett Neues. Und dass Schach von manchen Menschen als Sport betrachtet wird, darüber sehen wir jetzt mal hinweg.

Im Endeffekt also alles gut gelaufen; jegliche männliche Panik vollkommen unangebracht. Und als Dankeschön für den schönen Nachmittag hat mich das tollste Mädchen von allen - nebenbei bemerkt Tochter eines Schach-Großmeisters - sogar gewinnen lassen. Na bitte, geht doch. Was ich daraus gelernt habe: Das nächste Mal wird gleich gemeinsam entschieden. So was nennt man dann Emazipation, glaube ich. Ist besser so.


Feb 19 2010

Blog der Woche (3): Novala’s Europa

Ursprünglich hatte ich vorgehabt, diese Woche einen von zwei Mitgliedern der Blögger-Community zum “Blog der Woche” zu machen - aber dann habe ich gestern auf dem 1.austrianSocialBusinessDay 2010 die Autorin des Blogs “Novala’s Europa” (http://sodazitron.blogger.de/) getroffen - und auf Grund Ihres Enthusiasmus habe ich kurzerhand beschlossen, dass Sie diesmal die ehrenwerte Auszeichnung erhält.

Die Idee zum Blog kam der Autorin (die namentlich nicht genannt werden möchte) durch Ereignisse rund um den 1. Mai 2004 - der Tag, an dem zehn Staaten der Europäischen Union beitraten. Das historische Ereignis feierte sie nämlich in Ungarn; auf der Rückfahrt nach Wien traf sie eine Serbin, der sie aus der Patsche half - am Wochenende drauf fand sie sich auf Einladung der neuen besten Freundin in einem kleinen serbischen Dorf wieder. Dort waren die Leute so freundlich, dass sie ihren Aufenthalt noch um zwei Tage verlängerte, um mit den neuen Eltern noch einen Abstecher nach Bulgarien zu machen.

Inspiration genug für die junge Dame, die nebenbei bemerkt auch eine Zeit hauptberuflich für einen großen IT-Konzern geblogged hat, einen eigenen Europa-Blog zu starten.

Und der kann sich sehen lassen: Schickes Design; und man kann jedes Länderkürzel anklicken, um Geschichten über das Land zu lesen - und Geschichten gibt es reichlich. Interessante Verlinkungen in der Seitenleiste zu Blogs, Nicht-Blogs, Fotoblogs und einer slowenischen Rockband runden das Angebot ab. Wermutstropfen: Es gibt relativ wenig Kroatien-Geschichten - da ich ein großer Kroatien-Fan bin, warte ich hier entsprechend freudig auf zukünftige Beiträge

Abgesehen davon: Ein lesenswwerter Blog für alle, die sich für Europa im allgemeinen und den SEE-Raum im Besonderen interessieren!