Jul 29 2010

Etwas läuft hier falsch

Stefan Mey

Manchmal braucht es Bilder und direkte Vergleiche, um gigantische Zahlen in Worte zu fassen. Ein guter Freund hat mir heute dankenswerterweise einen Link geschickt, der dieser Aufgabe gerecht wird: Hier wird zusammen gefasst, was allein mit dem Geld gemacht werden könnte, das BP an Wert verloren hat – Reinigungskosten sind hier nicht mal mit gerechnet.

Mit Klick auf das untenstehende Thumbnail kommt Ihr zu der Website:

what-bp-could-buy

Es sind Momente wie dieser, an denen man merkt, dass die CSR-Programme zahlreicher Konzerne (Öl ebenso wie andere Branchen) im Grunde aus der Portokasse gezahlt werden, wenn man sie in Relation zum gesamten Unternehmenswert setzt. Mit dem Geld, das hier vernichtet wurde, hätte man viel machen können, als es noch da war – mehr zumindest als ein paar kosmetische Pseudo-Öko-Projekte. Schade halt, dass CSR zumeist bloß ein anderes Wort für PR ist – und nicht ernsthaft dazu dient, etwas zu verbessern.


Jul 26 2010

Schutzlos ausgeliefert: Das große Finale

Stefan Mey

Am Wochenende habe ich noch ein wenig Freizeit-Surfing betrieben: Samstag war ich im MQ und habe ein dortiges offenes WLAN verwendet, um meine üblichen Websites anzusurfen; nebenbei war ich auch auf der Website des Restaurants “Maschu Maschu”, das ausgezeichnete Falafel im Angebot hat. Auch im Ausland war ich wieder; auf einer US-Website, die sich mit der Distribution von Ebooks beschäftigt.

Sonntag wollte ich mich auf Xing einloggen und wurde darauf hingewiesen, dass ich dafür Cookies aktivieren muss. Okay, das muss anscheinend sein – ich will ja zu meinen Kontakten. “Cookies sind an sich nicht gefährlich; es ist eher eine Frage der Privatsphäre”, erläutert dazu Candid Wüest, Virenexperte bei Symantec. Viele Websites bräuchten Cookies und Java – letzteres sei übrigens für 50 Proztent aller “Drive-By Downloads” (Runterladen von Trojanern über infizierte Websites) verantwortlich. Sicherheitstechnisch ist es laut Wüest daher sinnvoll, Java komplett zu deaktivieren – was in der Praxis aber natürlich nicht durchsetzbar ist.

Laut Wüest gibt es 240 Millionen Schädlinge weltweit; zwei Drittel davon sind Trojaner. Und diese kommen hauptsächlich von infizierten Websites.

Ich bin unsichtbar

Heute habe ich mich dann nochmals mit Karl Novak, Sicherheitsexperte bei MSI, im MQ getroffen. Gemeinsam nutzen wir das offene WLAN und Novak versucht, mich zu “pingen”: Er schickt ein Datenpaket an meine IP-Adresse und wartet, ob eine Reaktion kommt. Nichts passiert, und das bedeutet: Im WLAN des MQ sind die Nutzer von einander separiert; innnerhalb des MQ-Netzwerks bin ich also für andere User nicht sichtbar.

Gemeinsam mit Novak mache ich mich schließlich an den Test: Zuerst mit dem Gratis-Virenscanner AVG Free über das System fahren; und dann zur Sicherheit nochmal mit “Desinfec’t” – ein Programm des PC-Magazins “c’t”, bei dem Linux als sichere Umgebung hoch gefahren und von dort mehrere aktuelle Virenscanner gestartet werden. So kann auch die “Rootkit”, das Herz des Systems, untersucht werden.

Was das Ergebnis dieses Experiments ist, ob ich Opfer eines trojanischen Angriffs bin und ob meine Facebook-Daten inzwischen in China liegen – das erfahrt Ihr dann morgen in der Print-Ausgabe des WirtschaftsBlatt. Ich jedenfalls habe im Lauf dieses Experiments viel gelernt. Und das ist gut so.

Im Selbsttest ist Stefan Mey eine Woche ohne Virenscanner und Firewall unterwegs. Der Versuch läuft bis kommenden Montag; das Ergebnis wird morgen in der Print-Ausgabe des WirtschaftsBlatt veröffentlicht.


Jul 24 2010

Haircrimes, Umpa Lumpas und das Stargate

Stefan Mey

Ich liebe Ausflüge, nette Menschen und das Burgenland. Folglich zögerte ich also nicht lange, als mich ein netter Mensch fragte, ob ich mit ihr einen Ausflug ins Burgenland machen möchte – nämlich zu den Opernfestspielen im Römersteinbruch St. Margarethen. Auf dem Programm dieses Jahr: Mozarts Zauberflöte. Was ich dort gesehen habe, hat mich den ganzen nächsten Tag über beschäftigt, und so ganz verdaut habe ich es noch immer nicht – daher möchte ich es gerne mit Euch teilen.

Erst mal zum Bühnenbild. Für dieses hat sich der Verantwortliche Manfred Waba Inspiration in verschiedenen Kulturkreisen östlich unseres Standorts geholt und sich sogar im Weltraum umgesehen – aber mehr dazu später. Lassen wir den Blick von links nach rechts schweifen, sehen wir seltsame Gesteinsformationen, die sich an der Landschaft Kappadokiens orientieren. Kappadokien liegt in der Türkei, ist ein sehr empfehlenswertes Reiseziel und sieht circa so aus:

Ein Schelm, wer jetzt an Zauberflöten denkt. :-)

Im Zentrum der Bühne wiederum findet sich ein gewaltiger Löwenschädel aus Stein (nicht echter, aber es sieht ziemlich echt aus); und ganz rechts findet sich ein indischer Tempel, in dem das Orchester sitzt. Und Papagenos Hütte gibt es freilich auch.

A propos Papageno. Kommen wir zur Handlung.

Also: Da geht es um ein Mitglied aus Sgt. Peppers Lonely Hearts Club Band – nennen wir ihn mal “Sgt. Prinz”, der auf eine ziemlich wirre Figur trifft, nämlich den total abgefahrenen Papageno. Papageno hat echte Probleme. Erstens war er mal beim Bundesheer und hat das Trauma aus dem Grundwehrdienst noch immer nicht ganz verkraftet, weshalb er noch immer im Tarnanzug in der Gegend rum rennt; zweitens ist sein Friseur noch immer in der Ausbildung, weshalb Papageno mit einem wirklich schlimmen Hair-Crime zu kämpfen hat:

Beide hören sie die Geschichte von einer Frau, die entführt wurde. Obwohl sie ihnen vollkommen unbekannt ist, ist der rattige Sgt. Prinz überzeugt davon, sie retten zu müssen, weil es sich bei der Dame anscheinend um seine große Liebe handelt. Armer Kerl. Papageno, der nicht nur ein militantes Haircrime-Opfer, sondern auch ein gewiefter Gehschäftsmann ist, wittert neue Vögel-Märkte und schließt sich ihm an. Unterstützt werden sie dabei von Umpa Lumpas in einem Boot.

Nach einiger Zeit – das Haar-Drama scheint schon fast vergessen – trifft Papageno dann auf seinen Widersacher. Dieser Mann ist der einzige, der ihm in Sachen Hair-Crime noch das Wasser reichen kann:

Während sich Papageno mit dieser Situation ziemlich stresst und schnell zu seinem Frisör rennt, besinnt sich Sgt.Prinz auf seine Kernkompetenz: Musik machen. Allerdings nicht mit seiner Flöte, die er immer bei sich trägt, sondern mit Gesang. Begleitet wird sein Solo von… nun ja… tanzenden Tieren. Die sehen so aus:

Vermutlich ist die Artenvielfalt anhand der Handy-Fotos nicht wirklich gut zu erkennen… aber seid Euch gesagt: Besonders fasziniert haben und die wackelnde Giraffe und das tanzende Wildschwein. Spätestens an dieser Stelle haben wir uns gefragt, ob es wirklich eine gute Idee der Veranstalter war, den Bühnenbildner auch Regie führen zu lassen. Wo waren wir hier gelandet?

Die Skurrilität setzt sich fort: Nach den Hair-Crimes, den Umpa Lumpas und den tanzenden Tieren trifft Papageno eine junge Dame, die an den gleichen Traumata leidet wie er. Während sie diesbezüglich ein Lied anstimmen, werden gewaltige Vogeleier auf die Bühne gekarrt, aus denen Kinder schlüpfen – ebenfalls die Tarnanzüge tragend. Der Prinz hingegen setzt seine Reise fort und führt die Absurdität zu einem grandiosen Finale, indem er auf ein Stargate inklusive Goa’uld trifft:


Doch keine Sorge: Alles wird gut. Der Prinz dringt in das Stargate ein, seine Flöte verwandelt sich in ein leuchtendes Lichtschwert, die Sekte nimmt ihn auf und Papagenos Erfolg mit Vögeln ist ebenfalls gesichert.

Oh mann. Es gibt Tage wie diesen, an denen ich weiß, warum ich nicht Kulturjournalist geworden bin.


Jul 24 2010

Schutzlos ausgeliefert: Tag 4

Stefan Mey

“Bei uns im Haus sind wir die einzigen, deren Keller keine Sicherheitstür hat – zugleich sind wir auch eine der wenigen Haushalte, bei denen die Kellertür noch nicht aufgebrochen wurde”, meint eine Kollegin als schöne Metapher auf meinen Versuch, eine Woche ohne Virenscanner und Firewall unterwegs zu sein. Allerdings: Ein Keller ist ein Keller und daher schwer einsehbar; wäre die Situation wohl die gleiche, wenn ihr Auto das einzige in der Straße ohne Alarmanlage wäre?

Immerhin meinte der Symantec-Experte Candid Wüest ja bereits in meinem letzten Posting, dass weniger direkte Attacken auf den User stattfinden, sondern sie sich beim Besuchen infizierter Homepages einen Trojaner holen – laut Wüest werden pro Tag 13.000 Websites infiziert. Oder, anders ausgedrückt: Wenn ich mir einen Umhang aus Gold fertigen lasse und damit allein in meiner Wohnung sitze, ist es wurscht – spaziere ich damit durch Brooklyn, so habe ich ein Problem.

Also, meine gestrige Mission: Mehr surfen. Somit war ich gleich in der früh auf den Technik-Blogs diverser US-Medien und habe mir zusätzlich ein paar YouTube-Videos rein gezogen. Denn: “Auch Plugins wie der Flash Player können Einfallstore für Schad-Software sein, wenn sie nicht up-to-date gehalten werden”, sagte mir Karl Novak, Sicherheitsexperte beim Detektivbüro MSI.

Und dann noch ein besonderes Surf-Schmankerl: Die Website eines Kollegen inklusive Webshop, auf die ihm zufolge “viele Russen zugreifen”. Da ein Großteil der Schadsoftware aus Russland und China kommt, könnte ich mich hier erfolgreich anstecken. Am Abend habe ich dann noch die Seite www.party.at besucht, um abendliche Aktivitäten in Erfahrung zu bringen, sowie Artikel in der Wikipedia gelesen. Somit endete mein Surf-Tag.

Übrigens, falls sich ein potenzieller Einbrecher Hoffnung gemacht hat: Das Kellerabteil der Kollegin ist zwar schwach gesichert – ein Einbruch lohnt sich aber nicht, da sich dort kaum Wertsachen befinden, versichert sie mir.

Im Selbsttest ist Stefan Mey eine Woche ohne Virenscanner und Firewall unterwegs. Der Versuch läuft bis kommenden Montag; das Ergebnis wird kommenden Dienstag in der Print-Ausgabe des WirtschaftsBlatt veröffentlicht.


Jul 22 2010

Schutzlos ausgeliefert: Tag 3

Stefan Mey

Heute hatte ich einige Auswärts-Termine und bin somit relativ wenig durch das Web gewandert. Um dennoch ausreichend interessant für die Hacker-Community zu sein, habe ich den Rechner von 10 Uhr bis 16:30 Uhr laufen lassen, davor in mehreren Fenstern die gängigen Websites geöffnet. Seltsam: Das Icon des Internet Explorer befindet sich nicht mehr auf dem Desktop. Ein Virus, Symptom der Windows-Updates oder Ausprägung von leichter Schizophrenie meinerseits? Keine Ahnung. Aber der Scan nach Viren am Ende der Testwoche wird die Frage hoffentlich beantworten.

Inzwischen weiß ich auch, wie mein Versuch in der Fachsprache genannt wird: Honeypot. Das machen die Antivirus-Experten, um neue Gefahren zu identifizieren. Ein Rechner ist dabei über einen längeren Zeitraum im Netz und wartet darauf, attackiert zu werden. Laut Candid Wüest, Virenexperte bei Symantec, geht man aber nun von den klassischen Honeypots weg und setzt lieber auf Crawler, die nach infizierten Websites suchen. Denn Würmer und gezielte Hack-Angriffe lassen laut Wüest nach, zwei Drittel der Schadcodes sind inzwischen Trojaner – und die finden sich laut Wüest auf Websites. Und zwar nicht nur Schmuddelfilme und ähnliches: “Jede Seite kann infiziert werden”, sagt er.

Mission für morgen also: Mehr rum surfen. sonst wird es ja fad, sollte ich am Ende der Testwoche gar keinen Virus haben.

Im Selbsttest ist Stefan Mey eine Woche ohne Virenscanner und Firewall unterwegs. Der Versuch läuft bis kommenden Montag; das Ergebnis wird kommenden Dienstag in der Print-Ausgabe des WirtschaftsBlatt veröffentlicht.


Jul 21 2010

Schutzlos ausgeliefert: Tag 2

Stefan Mey

Heute bin ich mal über mein eigenes WLAN gesurft. Dabei handelt es sich um ein HTC HD2-Smartphone mit Mobilkom-Vertrag, das man praktischerweise als WLAN-Router verwenden kann. Der Vorteil: Dieses Ding kann ich immer mit mir herum tragen, wahlweise habe ich mein WLAN also auch in der U-Bahn mit dabei.

Gleich zu Beginn werde ich aufgefordert, eine neue Version des Flash Player zu installieren. Auch wenn manche Menschen glauben, Flash sei eine Virenschleuder: Ich weiß, dass ich darauf nicht wirklich verzichten möchte und lasse die Installation zu. Sodann surfe ich wieder die beliebten Seiten an: Google, Facebook, Gmail, Twitter. Eine Speicherung der Passwörter durch den Internet Explorer lehne ich auch diesmal ab.

Facebook ist mal wieder dreist: Mit Hilfe des “Automatischen Freundefinder” werde ich aufgefordert, mein Email-Passwort einzugeben, damit das Social Network mich mit meinen Adressbuch-Kontakten verbinden kann. Ist das ein Virus oder Trojaner? Nein, vermutlich nicht. Sondern nur der übliche Versuch Facebooks, an meine Daten zu kommen. Ich lehne ab. Und stelle gleichzeitig fest, dass mich dieses einwöchige Experiment bereits am zweiten Tag ein wenig paranoid macht.

Bei Twitter wiederum erreicht mich eine Warnung:

“Do you want to view only the webpage content that was delivered securely? This webpage contains content that will not be delivered using a secure HTTPS connection, which will compromise the security of the entire web page.”

Klare Nachricht: Teile der Website sind möglicherweise nicht sicher. Will ich die trotzdem anzeigen? Nein, natürlich nicht. Bin ja gerade ohne Schutz unterwegs.

Fazit: Vorsichtig sein

Was ich heute gelernt habe: Die Grenze zwischen Vorsicht und Paranoia ist hauchdünn. Generell ist es aber wohl intelligenter, im Web restriktiver zu sein. Einerseits gegenüber Viren und unsicheren Verbindungen – andererseits beim Besuchen legaler Websites, die mal gerne einen Blick in meinen Account werfen würden. Das geht die nämlich wirklich nichts an.

Im Selbsttest ist Stefan Mey eine Woche ohne Virenscanner und Firewall unterwegs. Der Versuch läuft bis kommenden Montag; das Ergebnis wird kommenden Dienstag in der Print-Ausgabe des WirtschaftsBlatt veröffentlicht.


Jul 20 2010

Schutzlos ausgeliefert – Tag 1

Stefan Mey

IT-Sicherheit ist ein Geschäft, das hohe Aufmerksamkeit erfordert. Täglich werden wir gleich mit mehreren Presseaussendungen diverser Hersteller von Sichheitssoftware bombardiert, die uns suggerieren, dass der Teufel an jeder Ecke des Web lauert: In Raubkopien selbstverständlich, und auch auf den Schmuddel-Seiten; aber auch in diversen Social Networks wie Facebook, YouTube und Twitter, bis hin zu eigenen Email-Postfach.

Wir dachten uns: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Und hätte Kolumbus an die Existenz Amerikas geglaubt, wenn er es nicht mit eigenen Augen gesehen hätte? Eben. Daher starten wir einen Selbsttest: Eine Woche ohne Virenscanner oder Firewall. Am Ende der Tage soll festgestellt werden, ob Windows und das Hirn alleine ausreichen, sich zu schützen.

Die Regeln dazu:

- Gängige Software: Als Betriebssystem dient Windows 7, als Browser der vorinstallierte Windows Internet Explorer 8.

- Standard-Sicherheitseinstellungen: Die Sicherheitsstufe des Internet Explorer steht auf Medium-High.

- Surfen nur über WLAN: Als Testgerät dient die VAIO P-Serie von Sony. Dieses ultrakleine Mini-Netbook hat keinen Ethernet-Anschluss, es wird also während des gesamten Tests in WLANs gesurft – offene ebenso wie das eigene. Grund: Erstens dient das WLAN selbst als eine Art Schutz, zweitens sind Manager mit Notebooks ohnehin meist in WLANs online.

- Und die wichtigste Regel von allen: Surfen mit Hirn! Während des gesamten Test-Zeitraums verhalten wir uns, wie sich ein Surfer mit gesundem Menschenverstand verhält. Also: Keine Raubkopien runter laden, keine Schmuddel-Seiten besuchen und keine dubiosen Anhänge in Emails öffnen. Denn wir gehen davon aus, dass Sie – verehrter Leser – ebenfalls mit entsprechendem Hausverstand surfen.

Sodenn: Möge das Spiel beginnen. Oder, um eine Analogie zur Wiener Kultur zu bringen: Alles Virus!

Tag 1

Am ersten Tag habe ich gleich mal den Mc Afee Internet Security inklusive Browser-Schutz und das Norton Online Backup entfernt. Beide sind in der P-Serie von Vaio vorinstalliert. Anschließend gehe ich auf dem Badeschiff in Wien ungeschützt online – über das offene WLAN “Freewave”.

Meine verwendeten Seiten sind ein PHP-Forum, Gmail und das Webmail-System des WirtschaftsBlatt. Als ich gefragt werde, ob ich das Passwort speichern möchte, klicke ich auf “Nein” – mein Hirn wird es ja wohl alleine schaffen, sich die Passwörter zu merken.

In Gmail erhalte ich als Anhang ein Bild in Form einer PNG-Datei. Der Absender ist ein Freund, dem ich vertraue; also kann ich die Datei herunter laden. Beim Öffnen des Bilds startet der “Internet Explorer Protect Mode” und fragt mich um Erlaubnis. Genehmigt.

Beim Öffnen meines WordPress-Blogs bin ich weniger vorsichtig: Im Admin-Bereich schalte ich einen Spam-Kommentar frei, um den Eindruck von Traffic auf meinem Blog zu suggerieren. Auf den Link, den der Spam-Bot veröffentlicht, klicke ich aber nicht – denn weder kenne ich den Absender, noch habe ich Interesse daran, “billig Viagra zu kaufen”.

Und freilich darf auch Google im Website-Mix nicht fehlen: Über die beliebteste Suchmaschine finde ich in- und ausländische Websites verschiedener Art, die ich ansurfe – unter anderem lande ich dabei auf einer ägyptischen Website.

Fazit des ersten Tags

Ich war in einem öffentlichen WLAN, auf ägyptischen Websites und in einem Social Network. Außerdem habe ich einen Anhang herunter geladen und Spam frei geschaltet. Trotz Vermeidung offensichtlicher Virenschleudern ist die Wahrscheinlichkeit also groß, dass ich die Aufmerksamkeit von Kriminellen auf mich gezogen habe. Wie geht es nun weiter?

Über Tag 2 meines Selbstversuchs berichte ich morgen auf diesem Kanal. Und eine Zusammenfassung der Ergebnisse erschent am kommenden Dienstag in der Print-Ausgabe des WirtschaftsBlatt. Also: Stay tuned.

Aus Gründen der Effizienzmaximierung erschien dieser Artikel auch in der TechZone des WirtschaftBlatt.


Jul 16 2010

Nostalgia by Visitenkartenscanning

Stefan Mey

Im berühmten Sommerloch hat man endlich mal ausreichend Zeit, sich der Optimierung der eigenen Geschäftsprozesse zu widmen. In meinem Fall: Wohnung und Schreibtisch aufräumen, in der Sonne liegen und über das Leben nachdenken, sowie – nicht zu vernachlässigen – am eigenen Netzwerk arbeiten.

Es ist ja nicht so, als hätte ich in den vergangenen Jahren niemand kennen gelernt. Kontakte sind ausreichend da. Nur: Leider bin ich ein Mini-Messi, und entsprechend haben sich diverse Visitenkarten seit Ende meines Studiums quer über meine Wohnung und meinen Schreibtisch verteilt. Ist mein digitales Leben noch halbwegs aufgeräumt, so kämpfe ich im Offline-Modus mit der latent vorherrschenden Unordnung.

Was also tun? Richtig: Das Wichtige – also die Kontakte – von der chaotischen Offline- in die geordnete Digitalwelt transferieren. Dazu habe ich mich gestern eines Visitenkartenscanners bedient, der die Karten nicht nur scannt, sondern gleich mittels Texterkennung analysiert; das Ergebnis lässt sich ins Outlook exportieren.

Dabei, während ich so eine Karte nach der anderen in den Scanner schob, wurde mit jedem Kontakt auch eine Erinnerung wach. Freilich, der Großteil der Karten sind entweder PR-Menschen oder andere Journalisten; auch der eine oder andere Geschäftsführer eines mehr oder weniger großen Konzerns ist dabei. Und Visitenkarten, die auf den ersten Blick wichtig erscheinen, bis man erkennt, dass es eigentlich nur die Karte eines ehemaligen Schulkameraden ist – im Rahmen unseres Karriere-Schwanzvergleichs wird gerne mal das eine oder andere Ass aus dem Ärmel gezaubert.

Und dann die exotischen Sachen: Ein Mitarbeiter der polnischen Airline LOT etwa, der mich last-minute aus Kaliningrad rettete. Oder ein nun pensionierter, ehemals hochrangiger Polizist. Ein Gewürzladen in Udaipur. Und Kontakte aus China: Die “Chinesische Organisation für Windenergie” und die “Chinesische Organisation für Erneuerbare Energie” – ich erinnere mich daran,, dass in einer der beiden Organisationen Profis arbeiteten, in  der anderen Inkompetenz vorherrschte. Leider ist mir aber entfallen, wer welche der beiden Rollen einnahm.

Und dann etwas wirklich Seltsames: Rund zehn Visitenkarten aus Kambodscha… Kambodscha?!? Anscheinend muss ich mal intensive Beziehungen zu dem Land gehabt haben; denn sonst wäre ich ja nicht im Besitz der Visitenkarten – Unternehmen finden sich ebenso darunter wie Entwicklungshelfer; und alle haben ihren Sitz in dem fernöstlichen Land… nur: Ich selbst war noch nie dort. Zumindest nicht wissentlich. Oder doch?

Verdammt… falls mir jemand in dieser Hinsicht auf die Sprünge hilft, bin ich dafür dankbar. Ich jedenfalls mach mir jetzt mal einen Tee. Einen indischen. Denn Indien war ich schon mal, daran erinnere ich mich… Aber Kambodscha…? Hm.


Jul 13 2010

Gute Nachricht: Ich bin iPad-tauglich!

Stefan Mey

Ist die Welt wirklich eine Kugel? Oder doch eine Scheibe? Sicher, unsere Lehrbúcher erzáhlen uns, dass erstes der Wahrheit entspricht – doch kann in dieser Hinsicht Gewissheit herrschen? Wer unter Ihnen ist schon um die Welt gesegelt, um sich von der Kugelhaftigkeit unseres Planeten mit eigenen Augen zu úberzeugen? Ganz ehrlich: Glauben sollte man Dinge erst, wenn man sie mit den eigenen Sinnen wahrgenommen hat – und selbiges gilt auch fúr die  Kompatibilitát von Websites mit dem iPad. Entsprechend groß auch meine Beunruhingung: Wúrde mein WordPress-System dem Apple-Test standhalten? Die Antwort habe ich gestern zum Glúck im Live-Test mit David S. erfahren: Ja, ich bin kompatibel! Gott sei dank – den Beweis dazu gibt es zum Abschluss dieses Artikels noch als Screenshot. Womit also zumindest dieses Mysterium gelóst wáre – nur das mit der Erde, das bereitet mir halt noch immer Kopfzerbrechen.


Jul 9 2010

Noch mehr Tiere

Stefan Mey

Weil die von mir hier vorgestellte und von Xinhua zusammen getragene Sammlung der hässlichsten Tiere der Welt für ziemlich viel Abscheu gesorgt hat, hier eine Sammlung von Bildern faszinierender Tiefsee-Kreaturen aus dem Magazin Wired. Quasi als Wiedergutmachung… Enjoy!